SPS-Fehlerbehebung: 10 häufige Fehler und wie man sie behebt
SPS-Steuerungen sind auf Zuverlässigkeit ausgelegt. Fällt eine aus, hat dies unmittelbare und kostspielige Auswirkungen auf die Produktion. Die meisten SPS-Fehler lassen sich jedoch auf wenige, wiederkehrende Ursachen zurückführen – die meisten davon kann ein qualifizierter Techniker diagnostizieren und beheben, ohne die Steuerung austauschen zu müssen.
Dieser Leitfaden behandelt die zehn häufigsten SPS-Probleme in industriellen Umgebungen und bietet praktische Schritte zur Fehlerbehebung, die Sie sofort anwenden können.
Symptome: Die SPS reagiert nicht mehr auf die HMI, der Programmierrechner kann nicht online gehen, Netzwerkgeräte verschwinden aus dem Bus.
Häufige Ursachen:
· Loses oder beschädigtes Ethernet-Kabel
· Falsche IP-Adresskonfiguration
· Duplex-Fehlanpassung an Netzwerk-Switches
· Treiberfehler am SPS-Anschluss
Schritte zur Fehlerbehebung:
1. Überprüfen Sie die physischen Kabelverbindungen sowohl an der SPS als auch am Schalter.
2. Überprüfen Sie, ob die IP-Adresse mit der Projektkonfiguration übereinstimmt (Ping-Test).
3. Stellen Sie sicher, dass die Einstellungen des Netzwerk-Switches mit den Einstellungen der SPS übereinstimmen (automatische Aushandlung vs. feste Geschwindigkeit).
4. Starten Sie die SPS neu und schalten Sie um
5. Bei Verwendung der seriellen Schnittstelle RS-232/RS-485 überprüfen Sie die Baudrate und die Paritätseinstellungen.
Symptome: Die Eingangs-LED am Modul ist aus, wenn der Sensor aktiv ist, oder der Eingang bleibt dauerhaft eingeschaltet.
Häufige Ursachen:
· Falsche Spannungsebene (24 V DC vs. 110 V AC verwechselt)
· Fehlerhaftes Eingabemodul
· Verdrahtungsfehler oder lose Klemme
· Problem mit der Sensorstromversorgung
Schritte zur Fehlerbehebung:
6. Messen Sie die tatsächliche Spannung am Eingangsanschluss mit einem Multimeter.
7. Prüfen Sie, ob der Sensor mit Strom versorgt wird (überprüfen Sie die LED-Anzeigen an den Näherungssensoren).
8. Tauschen Sie das Eingangsmodul gegen ein nachweislich funktionierendes Modul aus, um einen Hardwaredefekt auszuschließen.
9. Prüfen Sie, ob der Sensortyp (PNP vs. NPN für Gleichstromsensoren) mit der Modulkonfiguration übereinstimmt.
Symptome: Der Wert des analogen Eingangs springt unregelmäßig, zeigt unrealistische negative Werte an oder driftet mit der Zeit.
Häufige Ursachen:
· Elektromagnetische Störungen (EMI) durch nahegelegene Frequenzumrichter oder Motoren
· Probleme mit Erdschleifen
· Signalleitungen verlaufen parallel zu den Stromkabeln.
· 4-20mA Schleifenleistungsproblem
Schritte zur Fehlerbehebung:
10. Signalkabel und Stromkabel sollten durch einen Abstand von mindestens 15 cm getrennt sein.
11. Verwenden Sie für analoge Signale ein geschirmtes Twisted-Pair-Kabel.
12. Prüfen Sie, ob die 24-V-Gleichstromversorgung des Senders stabil ist.
13. Prüfen Sie, ob der Signaltyp (0–10 V, 4–20 mA) des Analogmoduls mit dem Sensor übereinstimmt.
14. Fügen Sie im SPS-Programm einen Filterwert hinzu, um Störungen zu dämpfen (die meisten SPS-Programme ermöglichen eine Eingangsfilterung).
Symptome: Ausgaben werden mit spürbarer Verzögerung aktualisiert, die Maschinenreaktion fühlt sich träge an, Timer scheinen ungenau zu sein.
Häufige Ursachen:
· Das Programm ist ohne Optimierung zu groß geworden.
· Übermäßiger Kommunikationsverkehr im Netzwerk
· Zu viele aufwändige Anweisungen (komplexe PID-Regler, Trigonometrie)
· Die Filterung des Analogeingangs ist zu hoch eingestellt.
Schritte zur Fehlerbehebung:
15. Die meisten SPS-Softwareprogramme beinhalten eine Abtastzeitüberwachung – überprüfen Sie diese zuerst.
16. Verlagern Sie die Kommunikationsanweisungen aus dem Hauptprogrammablauf (verwenden Sie periodische Aufgaben).
17. Reduzieren Sie die Anzahl der Nachrichten über EtherNet/IP oder PROFINET.
18. Große Unterprogramme vereinfachen oder aufteilen
19. Bei zeitkritischen Anwendungen, bei denen die Scanzeit 20 ms überschreitet, sollte eine schnellere CPU in Betracht gezogen werden.
Symptome: Die Ausgangs-LED leuchtet, aber die Last wird nicht aktiviert.
Häufige Ursachen:
· Die Sicherung am Ausgangsmodul ist durchgebrannt.
· Überlastzustand löste thermischen Schutz aus
· Verdrahtungsfehler (gemeinsame Leitung nicht angeschlossen)
· Fehlerhafter Halbleiterausgang (für Halbleitermodule)
Schritte zur Fehlerbehebung:
20. Prüfen Sie den Sicherungsstatus des Moduls (die meisten Module verfügen über sichtbare Sicherungsanzeigen).
21. Messen Sie die Spannung am Ausgangsanschluss, während Sie das Gerät einschalten.
22. Prüfen Sie, ob die Last keinen offenen Stromkreis aufweist (trennen Sie die Leitung und messen Sie den Widerstand).
23. Bei Relaisausgängen auf das Klicken des Relais achten – wenn es stumm ist, ist die Spule defekt.
24. Prüfen Sie, ob der Ausgangstyp (Stromquelle vs. Stromsenke) mit Ihrer Lastverdrahtung übereinstimmt.
Symptome: Download schlägt aufgrund eines Speicherfehlers fehl, neue Anweisungen können nicht hinzugefügt werden, Firmware-Update wird abgelehnt.
Häufige Ursachen:
· Programmcode oder Datentabellen, die den CPU-Speicher überschreiten
· Angesammelte Trendprotokolle, Rezeptdaten oder historische Daten belegen Speicherplatz.
25. Beschädigte Projektdatei
Schritte zur Fehlerbehebung:
26. Öffnen Sie das Programm in der Entwicklungsumgebung und überprüfen Sie die Speichernutzung.
27. Löschen Sie Trendprotokolle, historische Daten und nicht benötigte Rezeptdateien von der CPU.
28. Archivieren Sie das aktuelle Projekt und vergleichen Sie die Dateigrößen – eine aufgeblähte Datei deutet auf wiederherstellbare Daten hin.
29. Falls ein Firmware-Update erforderlich ist, sichern Sie zuerst das Projekt, aktualisieren Sie dann die Firmware und laden Sie es anschließend neu.
30. Als letzten Ausweg sollten Sie das System auf Werkseinstellungen zurücksetzen und das System von einem sauberen Backup wiederherstellen.
Symptome: Der Controller zeigt eine Fehleranzeige an, das Programm stoppt, ein Fehlercode wird auf der CPU oder dem HMI angezeigt.
Häufige Ursachen:
· Programmlogikfehler, der einen nicht verriegelten Fehler verursacht
· Hardwarefehler (CPU, Modul oder Netzteil)
· Spannungsabfall der Stromversorgung während des Betriebs
· I/O-Fehlanpassung zwischen Programm und tatsächlicher Hardware
Schritte zur Fehlerbehebung:
31. Notieren Sie den Fehlercode sofort – schlagen Sie ihn in der Dokumentation des Herstellers nach.
32. Häufige Fehlercodes weisen auf Folgendes hin: Ausgangsüberlastung (F49 bei Allen Bradley), I/O-Konfigurationsfehler (016h bei Siemens), Watchdog-Timeout
33. Überprüfen Sie das Ereignisprotokoll der Programmiersoftware auf vorhergehende Ereignisse.
34. Ist der Fehler verriegelt oder unverriegelt? Unverriegelte Fehler deuten oft eher auf ein Problem in der Programmlogik als auf einen Hardwaredefekt hin.
35. Sollte der Fehler weiterhin bestehen und keine Ursache gefunden werden, stellen Sie die Daten aus einer bekannten, funktionierenden Sicherung wieder her.
Symptome: Die SPS verliert bei Stromausfall das Programm, gespeicherte Werte werden auf die Standardwerte zurückgesetzt, die Anzeige für niedrigen Batteriestand leuchtet auf.
Häufige Ursachen:
· Die Batterie hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht (typischerweise 2-5 Jahre).
· Batterie nicht korrekt eingesetzt
· Die Batteriespannung wird durch die hohe Speicherspeicherlast entladen.
Schritte zur Fehlerbehebung:
36. Tauschen Sie die Batterie gegen den vom Hersteller angegebenen Typ aus, während die SPS mit Strom versorgt wird – lassen Sie die CPU niemals mit einer leeren Batterie ohne Stromversorgung laufen.
37. Nach dem Austausch prüfen Sie, ob die verbliebenen Tags und das Programm intakt sind.
38. Sollten die Werte weiterhin verloren gehen, ist die Batterie möglicherweise während des Austauschzeitraums ausgefallen – verbessern Sie das Wechselverfahren.
39. Erwägen Sie die Verwendung闪存 (Flash-Speicher) als primäre Datensicherung für Neuinstallationen anstelle der Batterie
Symptome: Der Frequenzumrichter läuft, ignoriert aber Drehzahlbefehle, Fehlercode am Frequenzumrichter, SPS meldet Kommunikationszeitüberschreitungsfehler.
Häufige Ursachen:
· Falsche Netzwerkadresse (Knoten-ID oder IP-Adresse stimmen nicht überein)
· Parametereinstellungen für die VFD-Blocknetzwerksteuerung
· Verwendung des falschen Profils (Allen Bradley VFDs benötigen den Parameter 90 korrekt eingestellt für EtherNet/IP)
· Kabel- oder Switch-Problem im Netzwerksegment
Schritte zur Fehlerbehebung:
40. Prüfen Sie, ob die VFD-Netzwerkadresse mit der PLC-Konfiguration übereinstimmt (Überprüfung in RSLogix oder TIA Portal).
41. Prüfen Sie, ob die VFD-Parameter die Netzwerksteuerung zulassen (Antriebsparameter → Netzwerksteuerung → Aktiviert).
42. Prüfen Sie bei EtherNet/IP, ob die Baugruppeninstanznummern in der E/A-Konfiguration der SPS mit den Nummern des Frequenzumrichters übereinstimmen.
43. Prüfen Sie die Netzwerkverbindung, indem Sie den Frequenzumrichter vom Programmierrechner aus anpingen.
44. Prüfen Sie, ob die Steuerquelle des Frequenzumrichters auf „Netzwerk“ und nicht auf „Tastatur“ oder „Terminal“ eingestellt ist.
Symptome: Zeitweise auftretende Fehler, zufällige Auslösung durch Eingangssignale, unerklärliches Programmverhalten, Kommunikationsfehler beim Motorstart.
Häufige Ursachen:
· Uneinheitliche Erdung zwischen SPS, Feldgeräten und Stromverteilung
· Erdschleifen entstehen, wenn Geräte mehrere Erdungspfade gemeinsam nutzen.
· Keine separate Signalmasseleitung in den Kabelstrecken
· SPS-Schaltschrank nicht ordnungsgemäß mit der Gebäudeerde verbunden
Schritte zur Fehlerbehebung:
45. Messen Sie den Erdungswiderstand zwischen dem SPS-Schaltschrank und der Gebäudeerde – er sollte weniger als 1 Ohm betragen.
46. Verwenden Sie isolierte Gleichstromversorgungen für Feldgeräte, um Masseschleifen zu unterbrechen.
47. Stellen Sie sicher, dass alle Signalanschlüsse an einen gemeinsamen Massepunkt angeschlossen sind.
48. Installieren Sie Ferritperlen an Kommunikationskabeln in der Nähe der SPS, um hochfrequente Störungen zu unterdrücken.
49. Verlegen Sie Signalkabel in separaten Kabelkanälen, niemals zusammen mit Motorstromkabeln.

SPS-Fehler treten selten plötzlich auf. Die meisten Probleme lassen sich in wenige Kategorien einteilen: Stromversorgungsprobleme, Kommunikationsstörungen, Verdrahtungsfehler und Störungen. Mit einem systematischen Vorgehen, einem Multimeter und Kenntnissen der Diagnosetools der jeweiligen Plattform lassen sich die meisten Probleme ohne Teileaustausch beheben.
Dokumentieren Sie jeden Fehler, die beobachteten Symptome und die Lösung. Bauen Sie eine interne Wissensdatenbank auf. Dies ist der schnellste Weg, die mittlere Reparaturzeit in Ihrem gesamten Betrieb zu verkürzen.
F: Sollte ich ein defektes SPS-Modul immer austauschen?
A: Nicht unbedingt. Viele Modulfehler sind auf Verkabelungs-, Konfigurations- oder Stromversorgungsprobleme zurückzuführen. Führen Sie immer eine Fehlersuche durch, bevor Sie das Modul austauschen. Module können manchmal vom Hersteller oder von Drittanbietern repariert werden.
F: Wie oft sollte ich SPS-Programme sichern?
A: Jedes Mal, wenn eine Programmänderung vorgenommen wird. Zusätzlich sollten vierteljährlich Archivsicherungen an einem separaten Ort gespeichert werden. Die Sicherungen sollten mit Datum, Programmversion und Maschinen-ID gekennzeichnet werden.
F: Kann eine SPS durch Spannungsspitzen beschädigt werden?
A: Ja. Überspannungsschutzdioden (TVS-Dioden) und eine ordnungsgemäße Erdung bilden die erste Verteidigungslinie. Installieren Sie Überspannungsschutz an Stromzuführungen und Kommunikationsleitungen. Regelmäßige Netzaufbereitung amortisiert sich in industriellen Umgebungen schnell.
F: Was ist die typische Lebensdauer einer SPS?
A: Bei sachgemäßer Umgebung und Wartung haben SPS-Systeme üblicherweise eine Betriebsdauer von 15 bis 20 Jahren. CPU-Module und E/A-Karten müssen möglicherweise aufgrund des Alters der Elektrolytkondensatoren auf Komponentenebene ausgetauscht werden.
F: Sollte ich Ersatz-SPS-Module vorrätig halten?
A: Für kritische Systeme ja. Halten Sie mindestens eine Ersatz-CPU, ein Ersatznetzteil und wichtige E/A-Module bereit. Für weniger kritische Anwendungen sollten Sie mit Ihrem Distributor einen Servicevertrag für einen Austausch innerhalb von 24–48 Stunden abschließen.
· Allen Bradley PLCs — ControlLogix, CompactLogix, MicroLogix
· Siemens SPS — S7-1500, S7-1200
· SPS-E/A-Module – Digitale und analoge Ein-/Ausgabemodule
· Frequenzumrichter (VFDs) – Variable Frequenzumrichter zur Motorsteuerung
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